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15.06.2019

OER-ERKENSCHWICK, MeloDies Festival, Joe´s

t.b.a.

30.08.2019

KÖLN, MTC

t.b.a.

06.09.2019

HAGEN, Café K

t.b.a.

05.10.2019

OSNABRÜCK, Ostbunker

t.b.a.

27.10.2019

KÖLN, Tsunami Club

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14.12.2019

KÖLN, Toxic Blend Festival, Halle am Rhein

t.b.a.

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Mit Leidenschaften ist das immer so eine Sache. Manchmal lässt man sie einfach los. Gibt sich mit dem zufrieden, was man hat. Denkt ab und an wehmütig an die guten alten Zeiten zurück. Tröstet sich mit der trügerischen Erkenntnis, dass es einfach nicht sein sollte. Macht sich dann ein Bier auf und guckt Netflix. Und manchmal brennt man so sehr für etwas, dass man sich denkt: „Was zur Hölle mache ich hier eigentlich?“, die Jungs zusammentrommelt, sich ein Bier aufmacht, sich noch ein Bier aufmacht, und dann verdammt nochmal beendet, was man angefangen hat.

Genau diesen Weg sind SINCE gegangen. Nach mehr als neun Jahren Pause meldet sich die Bochumer Band mit ihrem aktuellen Longplayer THE MEANEST MAN ON PLANET EARTH zurück. Einem Debütalbum, das eigentlich gar keins ist. Eher ein letzter Satz, der noch geschrieben werden musste, um das erste Kapitel einer Geschichte zu beenden, die vor über zwanzig Jahren begonnen hat. Ein „nulltes“ Album sozusagen.

Ursprünglich 1998 gegründet, veröffentlichen SINCE ihr erstes, selbstbetiteltes Demo Ende 2000. Zu diesem Zeitpunkt stark beeinflusst von Nirvana, The Misfits und frühen Alben von Life of Agony und Foo Fighters, entwickelt die Band das Fundament ihres Sounds: eingängig, rotzig, ungeschliffen und ohne viel Schnick-Schnack, dabei chronisch an der 200 bpm-Marke kratzend. Durch Mundpropaganda erspielen sich die vier Jungs innerhalb kürzester Zeit den Ruf eines lokalen Geheimtipps und absolvieren ihren erst achten Auftritt bereits auf der Newcomer-Stage bei Bochum Total. Ein vielversprechender Start.

Doch bevor das so überraschend begonnene Abenteuer an Fahrt aufnehmen kann, ist es vorerst auch schon wieder vorbei. 2002 legt die Band eine Pause ein und findet sich erst fünf Jahre später wieder zusammen. Gemeinsam mit einer befreundeten Band entsteht 2007 die Split-EP I´M FREAKED OUT SINCE SHINOBI ATE MY NEIGHBOURS, zu der SINCE drei neue Songs beisteuern. Stilistisch gesellen sich zu den Wurzeln aus Punk und Alternative nun auch Post-Hardcore-Elemente hinzu. Einflüsse dieser Zeit sind unter anderem Bands wie Boysetsfire, Funeral For A Friend und Alexisonfire. Zwei weitere Jahre lang spielen die Jungs zahlreiche Konzerte, bis sich 2009 erneut die Weisheit bewahrheitet, dass Leben das ist was passiert, während man andere Pläne macht: Beruf, Familie, Auslandsjob – der ganz normale Wahnsinn eben.

2018 zum zweiten Mal wiedervereint, veröffentlichen SINCE mit THE MEANEST MAN ON PLANET EARTH nun ein Album, das den Entwicklungsprozess der Band sowohl auf musikalischer als auch auf textlicher Ebene dokumentiert. Trotz Herzen und Köpfen voller neuer Erlebnisse, Impulse und Ideen, die danach schreien kanalisiert und in neuen Songs verarbeitet zu werden, haben sich die vier Bochumer bewusst dazu entschieden, zunächst ihre Vergangenheit zu einem würdigen Abschluss kommen zu lassen. Das Ergebnis sind zwölf Songs, die trotz ihrer Heterogenität zu einer Einheit mit hohem Wiedererkennungswert verschmelzen. Punk- und Alternative-lastige Songs aus den Anfangszeiten, wie THE OPPOSITE DIRECTION, der verhassten Autoritäten den spätpubertären Mittelfinger entgegenstreckt, oder ILLNESS, in dem akute Selbstzweifel nach durchzechten Partynächten thematisiert werden. Düstere Songs der zweiten Schaffensphase wie 7 FINGERS LEFT, welcher sich auf metaphorischer Ebene mit selbstzerstörerischen Verhaltensmustern auseinandersetzt. Und schließlich neue Songs wie UNTIL WE FORGET, indem eine klare Haltung zu aktuellen politischen Entwicklungen im eigenen Land eingenommen wird, bis hin zum vielleicht emotionalsten und introspektivsten Song des Albums, PAPERBOY, der gleichermaßen hoffnungsvoll wie verzweifelt danach schreit, zu sich selbst und seinen Fehlern zu stehen. Egal ob es weh tut. Egal was die anderen sagen.

Manchmal macht man sich lieber ein Bier auf und guckt Netflix. Manchmal brennt man aber so sehr für etwas, dass man ein Album mit den Worten „the game has just begun“ enden lässt. Weil man weiß, dass es noch eine Menge zu erzählen gibt.

#keepdancing

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